Fiskaltankstellen
vh. Verkehrserziehung am Schreibtisch mag ja zu begründen sein - aber höchstens einseitig. Auf jeden Fall, wenn sie nur auf die Geschwindigkeitsüberwachung und auf die Parkplatzkontrolle reduziert wird.
Ein elektrischer Tacho ist spannungsabhängig (Speisespannung der Batterie)
Ein mechanischer Tacho erhält die Information vom Getriebe. Unterschiedliche Radien der Räder (Pneus neu, alt, Druck), ergeben unterschiedliche Werte. Wird der Zeiger magnetisch mitgenommen, erfolgt über die Zeit wegen der Entmagnetisierung ein weiterer Fehler. Man begegnet dem mit einer Voreilung.
Der langen Rede kurzer Sinn: Die Polizei misst die Geschwindigkeit mit einer anderen Methode als es das Auto tut. Da müssen zwangsläufig Differenzen entstehen. Die Radarmessung, wenn sie fest montiert ist, misst in etwa immer gleich falsch. Daher kann die Messung präzisiert und der Unsicherheitsfaktor tief gehalten werden (Abzu 3-5 km/Std je nach Messsystem). Der Automobilist hingegen weiss nie so genau, wie schnell er wirklich ist. Hält er sich genau an den Tacho, dann ist er immer langsamer als erlaubt. Will er die Geschwindigkeitsspanne ausnützen, muss er seinen Tacho durch regelmässiges Vergleichen überprüfen. Man stellt eine Geschwindigkeit ein (Tempomat), fährt von einer Km-Markierung zu einer anderen und stoppt die Zeit. Auf dem Tachoring der Stoppuhr, allenfalls in der digitalen Anzeige, kann nun die Geschwindigkeit abgelesen werden. Um sicher zu sein, sollen die Messungen mehrmals durchgeführt werden. Schliesslich ist das Stoppen der Zeit via Fensterpfosten zur Km-Markierung auch mit Fehlern behaftet. Einmal ist man etwas zu früh, einmal etwas zu spät. Nun wäre noch die Frage zu beantworten, ob dieses Vorgehen weniger gefährlich ist, als mit dem Handy zu telefonieren!
Eine kleine Probe. Ich fahre nach Dierikon und beobachte. Bevor ich die Ausfahrt unserer Überbauung passiere, fahre ich an der Stelle vorbei, wo die Verkehrspolizei periodisch gut getarnt die Geschwindigkeit auf der Landstrasse kontrolliert. Nach etwa 300 m ist eine unübersichtliche Linkskurve. Hier begegnet mir bereits der erste Eilige, grundlos mit seinen linken Rädern deutlich auf meiner Fahrbahn, trotz Leitlinie. Im Dorf, vor der Einfahrt in die Hauptstrasse gleicht der Fussgängerstreifen einem Radweg. Mehrere Radfahrer überqueren den Streifen. Zwei kreuzen sich gar. Es sind Schüler. Offenbar hat die Verkehrserziehung nicht viel gebracht. Nach der Einfahrt auf die Autobahn respektiere ich 80 km/h, werde aber laufend überholt und hinten fährt einer auf, dass ich seine Nummer im Spiegel nicht mehr sehen kann. Dann respektiere ich 100 (Tacho = 105). Das gleiche Spiel wie vorher. Ich werde laufend überholt. Auch da noch, wo die Verengung auf eine Spur bereits ein überfahren der markierten Fläche nicht mehr zulässig wäre. Da wo Gegenverkehr mit Überholverbot ist, muss ich mal kurz nach rechts auf den Pannenstreifen ausweichen weil einer trotzdem überholt hat! Im Loppertunnel drin begegnen mir zwei unbelichtete Fahrzeuge und drei "Einäuger". Die Kolonne fährt 65 (angezeigt). Vor mir ist ein Dieselfahrzeug, das eine Russwolke ausstösst fast wie ein Dampfschiff. Offenbar wäre die Gemischeinstellung für eine Überprüfung reif. Im Tunnel bei Horw werde ich zwei Mal rechts überholt. Dann keine weiteren Ereignisse bis zum Reussporttunnel. Dort fährt einer rechts ein, dann geht's los: Bis zur Ausfahrt befährt er alle Spuren mindestens zwei Mal, überholt rechts und links und gewinnt so drei Wagenlängen. Nach dem Rathaustunnel vergleichen zwei Lastwagen ihre Kraft. Einer ist 2 -3 km/h oder so schneller. Das Elefantenrennen beginnt... Der Rest bis Dierikon via Giskon-Root ist wieder ereignislos...
Man stelle sich vor, was da mit erweiterten Fiskaltankstellen noch zu holen wäre! Ich glaube, dass es eine Frage der Zeit ist, bis in jedem Auto eine Blackbox installiert ist. Diese dient dann nicht nur derm Verkehrsfluss und der Prämienreduktion für Versicherungen, sondern vor allem um, die Staatskasse zu speisen.
Ein Elefantenrennen ist ein allgemein gebräuchlicher Begriff der Umgangssprache, der im übertragenen Sinne die Situation beschreibt, wenn ein LKW einen anderen auf einer Autobahn oder einer anderen Strasse mit mehreren Fahrstreifen mit nur geringem Geschwindigkeitsunterschied überholt.
