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Leserbriefe

Messtechniken

Bei der Geschwindigkeitsüberwachung werden verschiedene Messtechniken eingesetzt.

Radar ist eine der am weitesten verbreiteten Messtechnik. Mithilfe des Doppler-Effekt wird die Geschwindigkeit des vorbeifahrenden Fahrzeugs festgestellt, bei Überschreitung der Messschwelle wird ein Foto ausgelöst. Radargeräte können sowohl auf einem Stativ als auch aus dem Kofferraum eines Kombis heraus verwendet werden.

Die Messung mittels Lichtschranke ist eine weitere beliebte Technik. Hier werden - normal zum Strassenverlauf - an den Strassenrändern ein Sender und ein Empfänger einander gegenüber aufgestellt, so dass jeder Autofahrer diese Linie passieren muss. Zwischen den Gegenstellen werden zwei oder mehr Lichtstrahlen gesendet. Fährt ein Fahrzeug durch die Lichtstrahlen, werden diese nacheinander unterbrochen und die Zeitpunkte der Unterbrechungen ermittelt. ist die Differenzzeit geringer, als bei der maximal erlaubten Geschwindigkeit nach den Regeln der Physik möglich, wird eine Fotokamera ausgelöst.

Eine Nachfolgetechnik zur Lichtschranke stellt die Messung mittels Fotozellen dar. Das Prinzip ist zu dem der Lichtschranke identisch, zwei oder mehr Fotozellen registrieren Farbänderungen eines vorbeifahrenden Fahrzeugs und ermitteln daraus die Geschwindigkeit. Der Vorteil gegenüber der Lichtschranke besteht darin, dass kein Lichtsender me

Die Messung mit Piezosensoren ist eine weitere Überwachungstechnik. In der Regel sind drei Sensoren in den Fahrbahnbelag eingebracht. Sie basiert ebenfalls auf der Berechnung der Geschwindigkeit aus dem Zeitunterschied zwischen mehreren Messungen. Dazu sind im Boden piezoelektrische Sensoren angebracht, die Zeitpunkte der Spannungsänderungen bei der Überfahrt eines Wagens registrieren.

Relativ neu ist die Überwachung mit einer Laserpistole. Hier sind meist Systeme gemeint, nach dem LIDAR-Prinzip aufgebaut sind. Es werden möglichst kurz hintereinander zwei oder mehr Lichtimpulse ausgesendet, welche vom Fahrzeug zurückreflektiert werden. Dabei wird jeweils die Impulslaufzeit gemessen, aus der dann aufgrund der konstanten Impulsgeschwindigkeit die Fahrzeugentfernung zu diesem Zeitpunkt errechnet werden kann. Aus diesen Zeit- und Streckenmessungen werden dann die jeweiligen Differenzen gebildet, aus denen sich schliesslich die Fahrgeschwindigkeit ermitteln lässt.

Auf Autobahnen oder anderen grossen Strassen werden verstärkt Zivilfahrzeuge mit "ProViDa"-Ausrüstung eingesetzt. Diese ermöglicht es, Verkehrsvergehen individuell auf Video festzuhalten. Nachteil sind u.a. die hohen Kosten, da nicht nur das "ProViDa"-System installiert werden muss, sondern auch ausreichend motorisiertes Pkw benötigt werden. Die Vorteile liegen in der hohen Beweiskraft der Methode und der Unauffällgkeit der Überwachungsmassnahme im normalen Verkehr (kleine Kameras).

{mospagebreak heading=Messtechniken&title=Identifizierungstechnik}Identifizierungstechnik

Bei einem Geschwindigkeitsverstoss ist ausschliesslich der Fahrzeugführer verantwortlich. Eine Verantwortung des Fahrzeughalters gibt es nur in Ausnahmefällen, daher ist bei Geschwindigkeitsverstössen nicht nur die Identifizierung des Fahrzeuges (über das Kfz-Kennzeichen), sondern auch Fahrzeugführers notwendig. Dafür werden Aufzeichnungen von Foto- oder bei bestimmten Messverfahren auch Videokameras eingesetzt, die das Fahrzeug von vorn und/oder von hinten aufnehmen. Eine Bewertung des Fahrerfotos erfolgt im Rahmen des Verfahrens durch die Bussgeldbehörden und den Richter, in strittigen Fällen ordnet das Gericht ein anthropometrisches Gutachten an.

Bei Analoggeräten werden die Bilder wegen der besseren Detailschärfe bis heute grösstenteils auf Schwarzweissfilm aufgenommen. Zunehmend wird jedoch die Digitalfotografie verwendet. Der Vorteil sind geringere Kosten, die fehlende Notwendigkeit eines Filmwechsels und damit verbunden längere Einsatzzeiten der Geräte sowie die Möglichkeit der elektronischen Bildübermittlung und -verarbeitung.

Unterscheidung Lkw/Pkw

Teilweise können die genannten Identifizierungssysteme vollautomatisch zwischen Lkw und Pkw unterscheiden, bei älteren Geräten muss das Messgerät aber durch Knopfdruck kurz auf das kommende Fahrzeug umgestellt werden, etwa bei simplen Lichtschranken mit zwei Gegenstücken. Als eines mehrerer Unterscheidungskriterien kann beispielsweise das Bildmaterial dienen, welches mittels eines Erkennungs-Algorithmus ausgewertet wird.

Stationäre Überwachung

Umgangssprachlich werden die stationären Anlagen oft Blechkasten,Blechpolizist oder Starenkasten genannt.

Bei stationären Anlagen wird in der Regel Piezzotechnik verwendet. Die Anlage besteht aus einem Kameragehäuse auf einem Pfosten. Dieses Gehäuse ist mit den Piezzosensoren in der Strasse verbunden. Oft wird der Kasten auch drehbar gebaut, sodass abwechselnd zwei Richtungen überwacht werden können. Hierzu werden dann auch in Gegenrichtung Sensoren verlegt. Die Betreiber verfügen häufig über wesentlich mehr installierte Messanlagen mit Kameragehäusen als Kameras, die in unregelmässigen Abständen in verschiedene Anlagen im überwachten Gebiet eingebaut werden. Dadurch wird bei geringen Betriebskosten eine hohe Abschreckungswirkung erzielt. Die Anlagen unterliegen einem hohen Risiko, da sie oftmals zersört oder mit Farbe bemalt werden.

In ähnlicher Weise geschieht die Ampelüberwachung, nur das hier die Induktionstechnik zur Bildung der Zeiten verwendet werden. Hier läuft ein Uhrwerk mit dem Umschalten der Ampel auf Rot an und wird gestoppt, sobald ein Fahrzeug über die in der Fahrbahn eingelassene Induktionsschleife fährt, und es wird ein Registrierfoto ausgelöst. Die meisten Geräte lösen zur Kontrolle zweimal aus, um festzustellen, ob der Fahrer evtl. vor dem Kreuzungsbereich doch noch gestoppt hat oder rückwärts gefahren ist.

{mospagebreak heading=Identifizierungstechnik&title=Abschnittskontrolle}Abschnittskontrolle

Der Begriff Abschnittskontrolle oder englisch Section-Control bezeichnet ein System zur Überwachung von Tempolimits im Strassenverkehr, bei dem nicht die Geschwindigkeit an einem bestimmten Punkt gemessen wird, sondern die Durchschnittsgeschwindigkeit über eine längere Strecke.

Dies geschieht mit Hilfe von zwei Überkopfkontrollpunkten, die mit Kameras ausgestattet sind. Das Fahrzeug wird sowohl beim ersten wie auch beim zweiten Kontrollpunkt fotografiert. Die Identifizierung der Fahrzeuge erfolgt anhand des Kfz-Kennzeichens mittels automatischer Nummernschilderkennung. Aufgrund der benötigten Zeit zwischen den beiden Kontrollpunkten wird eine Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt. Liegt diese über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit, erfolgt eine automatische Weiterleitung der ermittelten Daten an die Exekutive.

Da alle Fahrspuren inklusive des Pannenstreifens überwacht werden, sind Spurwechsel irrelevant. Das System unterscheidet zwischen PKW, LKW und PKW mit Anhänger und kann somit unterschiedliche erlaubte Höchstgeschwindigkeiten berücksichtigen.

Betrieb in Österreich

In Österreich durften Radargeräte vorbeifahrende Fahrzeuge bis vor kurzem nur von hinten messen, um keine Blendung durch den Blitz des Fotoapparates zu verursachen. Erst durch Verwendung von IR-Blitzgeräten ist es auch erlaubt entgegenkommende Fahrzeuge zu messen, dabei darf aber das Gesicht des Fahrers nicht sichtbar sein, da es sonst dem Prinzip der Anonymstrafverfügung widerspricht.

{mospagebreak title=Mobile Messgeräte&heading=Mobile Messgeräte} 

Mobile Messgeräte

Da die Abschreckungswirkung stationärer Anlagen auf ortskundige Verkehrsteilnehmer eher gering ist, werden zusätzlich mobile Kontrollen durchgeführt.

Die Messung am jeweiligen Strassenrand erfolgt entweder per Laser, Radar oder auch Lichtschranke. Überschreitet dieses einen vorher definierten Grenzwert (variiert je nach Gerät), wird die Kamera und der dazugehörige Rotblitz ausgelöst und ein Foto des Fahrzeugsführers aufgenommen. In einigen Fällen werden Kfz-Kennzeichen und gemessene Geschwindigkeit per Funk an einen Polizeibeamten übermittelt, der das Fahrzeug hinter der Messstelle zur Feststellung der Personalien anhält.

radarfoto 
Das Messgerät selbst ist dabei normalerweise so aufgestellt, dass es gar nicht oder erst aus kurzer Entfernung sichtbar wird und so keine Möglichkeit zum rechtzeitigen Abbremsen besteht. Teilweise werden die Geräte auch im Heck eines geparkten Kombis platziert, um schnellere Ortswechsel durchführen zu können oder eine unauffällige Messung zu ermöglichen. Die Heckscheiben der Fahrzeuge sind dabei nicht abgedunkelt, weil die Lichtausbeute bei einem Rotlichtblitz noch geringer ist.
polizei_laser_messung

Bei einem weiteren Verfahren, das hauptsächlich auf Autobahnen zum Einsatz kommt, werden Geschwindigkeitssünder durch ein speziell ausgestattetes ziviles Messfahrzeug PROVIDA mit Policepilot System verfolgt. Dieses Fahrzeug hält über eine bestimmte Distanz einen festen Abstand zum gemessenen Fahrzeug. Die Geschwindigkeit wird über den geeichten Tacho des Messfahrzeugs ermittelt. Der Vorgang wird auf Video aufgezeichnet.

In Österreich kommen die mobilen Radargeräte immer weniger in Einsatz und werden durch die wesentlich preiswerteren Laserpistolen ersetzt.

{mospagebreak heading=Abschnittskontrolle&title=Kritik}Kritik

Geschwindigkeitsmessungen werden vielfach kritisiert. Insbesondere wird häufig Unverständnis über die damit überwachten Geschwindigkeitsbegrenzungen geäussert und vermutet, die verhängten Bussgelder dienten hauptsächlich der Stützung der klammen öffentlichen Haushalte.

Kritisiert wird auch, dass Geschwindigkeitsmessungen durch getarnte Fahrzeuge faktisch einer verdeckten Ermittlung entsprechen, die ohne Anfangsverdacht ziellos gegen Bürger vorgenommen wird.

Auch der Erziehungswert ist umstritten.

Gegenmassnahmen

Es wird mit diversen illegalen Tricks versucht, Kontrollen vorzeitig zu erkennen, Messungen unbrauchbar zu machen oder die Verfolgung zu erschweren. So wurden Kennzeichen mit einer durchsichtigen Folie abgedeckt oder mit einem Klarsichtlack überstrichen, um beim Foto eine Reflexion zu erzeugen und das Kfz-Kennzeichen unleserlich zu machen. Zusätzlich zur Strafbarkeit (Kennzeichen gelten als Urkunden, somit ist der Strafbestand einer Urkundenfälschung erfüllt) sind diese Tricks bei der heutigen Technik wirkungslos.

Auch so genannte Radarwarngeräte sind zwar im Ausland erhältlich, aber der Besitz ist in der Schweiz Strafbar und es drohen Bussen von bis zu SFR. 10'000.-  sowie ein Registereintrag.

Ebenso verboten sind Infrarot-Laserstörer, die Messungen per Laserpistolen unmöglich machen. Durch starkes Beschleunigen oder Bremsen, dem Aussenden von eigenen Infrarot-Laserstrahlen oder einer Überlagerung, kann die Funkkommunikation zwischen Messanlage und Kamera gestört werden. Letztere sind wie Radarwarner illegal. Wenn der Polizist die Motorhaube anvisiert und diese mit einem Störer ausgestattet ist, gibt die Laserpistole eine Fehlermeldung aus und der Polizist muss einen anderen Punkt anvisieren (z. B. den Aussenspiegel), um zu einem Messergebnis zu gelangen.

{mospagebreak heading=Kritik&title=Anhang}Anhang

- Radar ist ein Akronym von Radio Detection and Ranging (deutsch: Entdeckung und Entfernungsmessung mittels Funkwellen) und ist die Bezeichnung für ein Entdeckungs- oder Ortungsverfahren sowie für die dafür verwendeten Geräte.

- Als Dopplereffekt bezeichnet man die Veränderung der wahrgenommenen bzw. gemessenen Frequenz von Wellen jeder Art, während sich die Quelle und der Beobachter einander nähern oder voneinander entfernen, d.h. relativ zueinander bewegen.

Nähern sich Beobachter und Quelle einander, so erhöht sich die Frequenz, im umgekehrten Fall verringert sich die Frequenz. Bekanntes Beispiel ist die Tonhöhenänderung des Martinshorns eines Krankenwagens. Solange sich das Fahrzeug nähert, ist der Ton höher, wenn es sich entfernt, wird der Ton tiefer.

- Die Lichtschranke ist ein optisch/elektronisches System aus Sensor (Empfänger) und Lichtquelle (Sender). Der Sender kann aus einer normalen Lampe (heute nicht mehr Stand der Technik), aus Infrarotlicht oder Rotlicht abgebenden LEDs oder aus Laserlicht (Laserdiode) bestehen. Das Arbeitsprinzip einer Lichtschranke besteht darin, die Unterbrechungen der Leuchtquelle auf den Sensor zu registrieren und umzuwandeln, meist in Schaltvorgänge, die zur weiteren Verarbeitung dienen.

Man unterscheidet zwischen Einweglichtschranken (Sender und Empfänger in getrennten Gehäusen) und Reflexlichtschranken, bei der der Sender und der Empfänger in einem Gehäuse sitzen. Das Lichtsignal wird über einen Reflektor zurück geworfen. Die Versionen mit Reflektor unterscheiden sich noch hinsichtlich der Verwendung eines Polfilters. Versionen mit Polfilter arbeiten nur auf einen Reflektor (Katzenauge) und würden eine glatte Spiegelfläche als Unterbrechnung deuten, das bringt eine zusätzliche Sicherheit, da nur so z.B. ein Edelstahlgegenstand sicher erkannt wird.

Neben den einfachen Versionen mit einem Lichtstrahl gibt es auch so genannte Lichtgitter oder Lichtvorhänge mit mehreren Lichtstrahlen. So kann eine grosse Fläche geschützt werden, z.B. der Eingriff in eine Maschine kann die Anlage abschalten.

{mospagebreak title=Fotozelle&heading=Fotozelle}

- Eine Fotozelle bzw. Photozelle ist ein Strahlungsdetektor. Sie zählt insofern zu den Elektronenröhren, als sich auch bei ihr in einem evakuierten Glasgefäss eine Anode und eine Kathode (Fotokathode) befinden.

Die Fotokathode besteht aus einem Metall (z.B. Caesium mit besonders geringer Austrittsarbeit), aus dem durch Licht Elektronen freigesetzt werden können (Äusserer Fotoelektrischer Effekt).

Ist zwischen Anode (+) und Kathode (-) eine Spannung angelegt, so werden die vom Licht freigesetzten Elektronen zur Anode hin beschleunigt, ein elektrischer Strom (Fotostrom) kann gemessen werden. Ist die angelegte Spannung klein, so ist der Fotostrom proportional zur angelegten Spannung, der Proportionalitätsfaktor hängt von der Belichtungsintensität ab. Dieser Fotostrom geht bei höheren Spannungen in eine Sättigung über, d.h. der Strom steigt bei weiterer Erhöhung der angelegten Spannung nicht weiter an. Dies liegt daran, dass bei geringen Spannungen die elektrische Feldstärke nicht ausreicht, um alle durch den Fotoeffekt an der Kathode entstandenen Elektronen in Richtung Anode zu beschleunigen und damit zum Fotostrom beitragen zu lassen. Allerdings können natürlich nicht mehr Elektronen zwischen Kathode und Anode fliessen als durch das Licht freigesetzt werden, weshalb die Sättigung auftritt. Auch wenn keine Spannungsquelle mit der Fotozelle verbunden ist, bildet sich zwischen Anode und Kathode bei Belichtung eine Spannung aus - die Anode lädt sich negativ auf. Diese Spannung ist proportional zur Frequenz des eingestrahlten Lichts und kann zur Ermittlung des Planck'schen Wirkungsquantums genutzt werden.

Die Spannung bildet sich aus, weil das Licht (genügend hohe Frequenz und damit Energie vorausgesetzt) Elektronen aus der Fotokathode herausschlägt. Diese Elektronen besitzen eine Energie, die der Differenz zwischen Quantenergie des Lichtes und Austrittsarbeit des Elektrons aus dem Kathoden-Metall entspricht. Die freien Elektronen treffen (teilweise) auch auf die Anode und laden diese negativ auf. Dadurch bildet sich eine elektrische Spannung zwischen den Elektroden aus. Weitere Elektronen müssen nun das sich ausbildende elektrische Feld durchlaufen, um auf die Anode aufzutreffen, wozu sie Energie benötigen. Schliesslich ist die Spannung so gross, dass die Energie der neu herausgelösten Elektronen nicht mehr ausreicht, die Platte zu erreichen - die Spannung bleibt konstant.

- Der Effekt der Piezoelektrizität (auch piezoelektrischer Effekt, oder kurz: Piezoeffekt) beschreibt das Zusammenspiel von mechanischem Druck (griech. piezein - drücken) und elektrischer Spannung in Festkörpern. Er basiert auf dem Phänomen, dass bei der Verformung bestimmter Materialien auf der Oberfläche elektrische Ladungen auftreten (direkter Piezoeffekt). Umgekehrt verformen sich diese (zumeist Kristalle) bei Anlegen einer elektrischen Spannung (inverser Piezoeffekt, siehe dazu auch Elektrostriktion).
Der Piezoeffekt ist damit in der Physik das Bindeglied zwischen der Elektrostatik und der Mechanik.

Der piezoelektrische Effekt ist allerdings bei allen bekannten Materialien relativ klein: Die Verformung bei Anlegen einer Spannung kann kaum eine Promille der Körperabmessung überschreiten.

{mospagebreak title=Laserpistole&heading=Laserpistole}

- Die Laserpistole ist ein Geschwindigkeitsmessgerät zur Verkehrsüberwachung, bestehend aus einem Lasersender und -empfänger in einem Gehäuse, zusammen mit Rechner, Auswerteelektronik, Display und optischen Bauelementen.

Durch die Messtechnik, die Licht mit einer Wellenlänge im unsichtbaren Nanometer-Bereich nutzt, gibt es keine direkte Identifizierung des zu messende Objekts. Theoretisch können kleinere Objekte bis in den Millimeter-Bereich die Messung behindern, was durch mehrere Messungen ausgeglichen werden muss.

Zur optischen Entfernungs- bzw. Geschwindigkeitsmessung mittels Laserlicht gibt es grundsätzlich zwei Methoden:

  1. Das Laser-Licht einer bestimmten Wellenlänge (zumeist im roten bzw. infraroten Wellenspektrum) wird mit einer beaufschlagten Frequenz moduliert. Der Vorteil dieser Lösung sind die geringen Kosten, allerdings arbeitet diese Methode sehr fehlerhaft und wird heute kaum noch eingesetzt.
  2. Es wird ein möglichst kurzer Lichtimpuls einer bestimmten Wellenlänge (zumeist im roten bzw. infraroten Wellenspektrum) ausgesendet. Erfasst wird die Zeitdifferenz der Emittierung und der Impulsantwort. Aus der Laufzeit kann anschliessend auf die Entfernung eines Objektes zurückgeschlossen werden.

Um die Geschwindigkeit zu ermitteln ist mindestens eine zweite Messung der Entfernung notwendig. Daher erfordert diese Methode eine aufwendige bzw. auch kostenintensivere Elektronik, hochgenaue Komponenten im Vergleich zum günstigeren Prinzip.

Prinzipielle Arbeitsweise: Das Gerät sendet über eine definierte Zeitdauer (in der Regel 0,3 bis 1 Sekunde) pulsierte Laserstrahlen aus, diese werden von dem zu messenden Fahrzeug reflektiert. Aus der Laufzeit und dem Versatz dieser Impulse errechnet das Gerät die Geschwindigkeit des Fahrzeugs und zeigt sie dem messenden Polizeibeamten auf dem Display.

{mospagebreak title=Anthropometrie&heading=Anthropometrie}

- Anthropometrie ist die Lehre der Ermittlung und Anwendung der Masse des menschlichen Körpers.

Anthropometrie wird vor allem in der Ergonomie zur Gestaltung von Arbeitsplätzen, Werkzeug und Möbeln gebraucht sowie im Arbeitsschutz zur Festlegung von Sicherheitsmassnahmen z.B. Bemessungen von Schutzabdeckungen oder Abständen zu gefahrenträchtigen Teilen verwendet.

Die Ergebnisse der Anthropometrie werden meist nicht direkt verwendet, sondern in Datentabellen oder Normen abgelegt, um dort z.B. der Klassifikation von Bewegungen zu dienen. Dort liegen die mit der Anthropometrie erhobenen Daten zur Umsetzung durch andere Fachbereiche bereit. In den Tabellen werden nicht nur die Durchschnittswerte, sondern auch das 5. und 95. Perzentil angegeben. Dabei bedeuten bei der Körpergrösse die Hinweise:

  • 5. Perzentil: nur 5 % sind kleiner
  • 50. Perzentil: 50 % sind kleiner bzw. grösser    
  • 95. Perzentil: nur 5 % sind grösser

Wirtschaftsgeschichtler nutzen die Körpergrössen-Angaben als Indikator für den Lebensstandard. In früherer Zeit versuchte die Anthropometrie, angeblich vorhandene Zusammenhänge zwischen Körpermerkmalen und Charaktermerkmalen zu belegen.

- Als eine Induktion (v. lat.: inductio = Einführung, Hereinführung; aus inducere = hineinführen) bezeichnet man

  • in der Elektrotechnik das Erzeugen elektrischer Spannung durch ein veränderliches Magnetfeld, siehe Induktion (Elektrotechnik);
  • in der Mathematik das logische Folgern durch abstrahiertes Fortschreiten von n zu n+1 auf das Ganze, siehe Induktion (Mathematik) (auch vollständige Induktion genannt);
  • im schlussfolgernden Denken das Folgern von Einzelfällen auf allgemeine Regeln, siehe Induktion (Denken)
  • in der Entwicklungsbiologie die von einem Keimteil ausgehende Wirkung, die einen anderen Teil des Keims zu bestimmten Entwicklungsvorgängen zwingt, siehe Induktion (Biologie) und Vernalisation;
  • in der Genetik das Anschalten eines Gens (auch: Gen-Induktion, d. h. Aktivierung der Transkription);
  • in der Filmsprache das, was unser Hirn folgert, wenn mehrere Bilder hintereinander geschnitten werden, die gemeinsam eine völlig andere Induktion ergeben als jedes für sich. Beispiel: ein Messer, eine Hand, ein Schrei, eine Frau ergeben montiert einen Mord (in Hitchcocks "Psycho" etwa). Der Begriff Induktion wird in der Filmsprache unter anderem von Knut Hickethier gebraucht;
  • in der Hypnose eine Methode zur Einleitung einer hypnotischen Trance, siehe Tranceinduktion.
  • im Verkehr die Verhaltensweise der Verkehrsteilnehmer, mehr Verkehr zu generieren, weil eine neue Strecke vorhanden ist und somit Ziele einfacher zu erreichen sind.

  • - Induktionsschleifen werden an Lichtsignalanlagen (LSA) oder an Schranken zu Parkhäusern benutzt, um zu erkennen, ob sich ein Kraftfahrzeug davor befindet. So werden nur Fahrspuren auf Grün geschaltet, auf denen sich auch Kraftfahrzeuge befinden - oder nur die Autos geblitzt, die gerade über eine rote Ampel oder zu schnell fahren. Mit Induktionsschleifen kann man sowohl die Geschwindigkeit als auch die Art des (fahrenden) Kraftfahrzeugs bestimmenhr benötigt wird.

    Dazu wird die Induktionsschleife (wirkt als Spule) parallel zu einem Kondensator geschaltet und bildet so einen Schwingkreis, dessen Resonanzfrequenz vom Kondensator(fest gegeben) und der Induktivität der Spule (der Induktionsschleife) abhängt. Befindet sich ein metallischer Gegenstand (Auto/Motorrad) im Bereich der Induktionsschleife, wird somit die Resonanzfrequenz geändert, was von der Elektronik ausgewertet wird.

    Es werden darüberhinaus auch flexible Induktionsschleifen (FLEXI LOOP) angeboten, die hinsichtlich Formgebung und Grösse keine Beschränkungen mehr haben.

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